Osmoseanlage: Frisches Wasser für alle

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Dieser Beitrag widmet sich einem der wichtigsten Elemente für ein tropisches Vivarium: Dem Wasser.
Oder genauer, dessen Aufbereitung durch eine Osmoseanlage.
Dabei spielt es keine Rolle ob es sich um den Wasserteil in einem Paludarium, Trinkwasser in einem Terrarium oder Niederschlag durch eine Beregnungsanlage handelt - Wasser ist lebenswichtig.

Wasserfall im Regenwald
In ihrem natürlichen Lebensraum haben Tiere im Optimalfall sauberes, unbelastetes Wasser zur Verfügung in dem sie sich bewegen, davon trinken oder einfach von einer hohen Luftfeuchtigkeit profitieren können.
Um unseren Tieren eine möglichst hohe Wasserqualität bieten zu können, sollte dieses aufbereitet werden sofern es aus der Leitung kommt.
Eine Osmoseanlage erfüllt genau diesen Zweck und muss dafür nicht einmal viel Geld kosten.
Bei mir kommt die Osmoseanlage für sämtliche Bereiche zum Einsatz die das Vivarium betreffen. Der Wasserteil im Paludarium ist ebenso aufbereitet wie der Bachlauf oder das Wasser der Beregnungsanlage. Übrigens auch mein Kaffeewasser, denn auch die Maschine dankt es mir, sie mit entkalktem Wasser zu betanken. ;-)
Meine Osmoseanlage stammt von M.R.S.

Was genau macht denn nun eigentlich die Osmoseanlage?

Ganz einfach: Sie befreit das Wasser von sämtlichen Belastungen und Rückständen, bzw. reduziert diese auf ein Minimum.

Osmoseanlage
Dazu kommt ein mehrstufiges Filtersystem zum Einsatz, das Leitungswasser von Giftstoffen wie z.B. Schwermetallen, Chlor, Bakterien, Pestiziden, Arzneimittelrückständen sowie von Sedimenten, vor allem aber von Kalk befreit.
Das Leitungswasser wird durch verschiedene Filter geleitet. Dazu gehören z.B. ein Sedimentfilter zum Entfernen von Schwebestoffen, ein Aktivkohlefilter zur Entgiftung / Entfernung von Schwermetallen, Chlor und Verfärbungen. Im Hauptteil der Osmoseanlage wird das Wasser mit normalem Leitungsdruck durch eine Membran gepresst. Nur reinste Wassermoleküle können diese Spezialmembran passieren.
Das Ergebnis ist absolut reines, hochqualitatives Wasser. Neben der hohen Qualität die den Tieren geboten wird, liegen weitere Vorteile auf der Hand. Die Lebensdauer technischer Geräte wie Vernebler, Beregnungsanlagen, Düsen, Pumpen usw. wird durch ausbleibende Kalkrückstände deutlich erhöht. Die Scheiben vom Terrarium bleiben klarer und Ablagerungen innerhalb des Beckens werden vermieden.

Anschluss der Osmoseanlage

Kompakte Osmoseanlagen lassen sich unkompliziert in beinahe jedem Haushalt anschließen. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten; wichtig ist nur, dass ein ausreichend hoher Wasserdruck in der jeweiligen Leitung zur Verfügung steht.

Osmoseanlage: Wasserhahn mit montiertem Anschlussadapter und Wasserstrahl
So kann man eine solche Anlage z.B. versteckt in der Küche im Unterschrank des Waschbeckens verstauen oder einfach an einen Wasserhahn im Bad anschließen.
Meine Osmoseanlage von M.R.S. habe ich mit Hilfe eines Anschlussadapters einfach an die Armatur im Badezimmer angeschlossen und mit der mitgelieferten Halterung unterhalb des Waschbeckens montiert. Dadurch ist die Anlage nicht sichtbar und stört nicht, ist aber im Bedarfsfall leicht zu erreichen und abzunehmen.
Die 3-stufige Anlage ist bereits vormontiert und kommt mit allem was man für den Betrieb benötigt: Einem ausreichend langem Schlauch, Halterung, Sedimentfilter, Aktivkohlefilter, Membran, besagtem Anschlussadapter und Abwasseranschluss für eine direkte Montage am Abwasserrohr.
Um die Osmoseanlage anzuschließen muss der Strahlregler vorher aus dem Wasserhahn entfernt werden. Das lässt sich recht einfach mit einer Rohrzange erledigen. Sollten sich hier bereits fiese Kalkablagerungen gebildet haben, kann es hilfreich sein, diese vorher mit Hilfe von Entkalker oder Essigessenz zu entfernen.
Nachdem der Strahlregler abgeschraubt wurde wird an seiner Stelle dann einfach der Anschlussadapter montiert.
In den meisten Fällen bieten diese Adapter einen Absperrhahn und natürlich einen entsprechenden Schlauchanschluss für den Zulauf der Osmoseanlage.

Wichtig: Es ist zu beachten, dass die Schläuche wirklich weit bzw. tief genug in die Anschlüsse geschoben und gesichert werden.

Osmoseanlage: Wasserhahn mit Anschlussadapter und Schlauchanschluss
Der Anschluss am Adapter wird hierzu aufgeschraubt, der Schlauch aufgeschoben und wieder verschraubt.
Die Anschlüsse an der Osmoseanlage sind durch Clips an einer Zugsicherung gesperrt. Das Prinzip hier ist einfach: Ist der kleine, bewegliche Überwurf nach außen gezogen ist der Schlauch gesichert. Wird er hinein gedrückt, kann der Schlauch abgezogen werden.
Die Clips sorgen also dafür, das der Überwurf nicht von selbst hinein rutscht.

Der erste Schlauch für den Zulauf wird nun zwischen Wasserleitung und dem ersten Filter angeschlossen. Die Osmoseanlage ist mit einer Laufrichtung gekennzeichnet. Bei meiner Osmoseanlage ist der erste Filter der Sedimentfilter. Hier wird nun also quasi der Wasserhahn mit dem ersten Stück Schlauch angeschlossen.

Osmoseanlage: Funktionsbild
Da die Leitung während des Umkehrosmosevorgangs dauerhaft geöffnet ist, muss das ungefilterte, überschüssige Wasser (Konzentrat) natürlich abgeleitet werden können. Es wird also ein weiteres Stück Schlauch an den vorhandenen Ablauf angeschlossen. Dieser befindet sich bei mir am Spülventil.
Der dritte Anschluss liefert uns das was wir durch die Osmose gewinnen wollen: Das aufbereitete Frischwasser.
Dieser befindet sich am Membrangehäuse. Hier können wir also einen Schlauch in einen Behälter legen der das Wasser auffängt und zur Verwendung bereit hält. Diesem mische ich noch etwa 10% Leitungswasser bei um den Mineralhaushalt wieder aufzufüllen.
Mit diesem Mischwasser befülle ich dann meine Beregnungsanlage, führe den Wasserwechsel durch usw.

Tipp: Das Konzentrat, also das ungefilterte Wasser muss nicht zwangsläufig im Abfluss entsorgt werden. Es eignet sich durchaus noch für Zimmerpflanzen, zum Abwaschen, Putzen oder den Spülkasten.

Die Filter der Anlage müssen regelmäßig gewechselt werden und irgendwann auch einmal die Membran. Der Zeitpunkt ist von der Wasserbeschaffenheit der genutzten Leitung abhängig.
Die Leitfähigkeit des Leitungs- und des Osmosewassers kann mit einem TDS-Meter gemessen und die Filterwirkung der Osmoseanlage somit regelmäßig überprüft werden.
Sollte die Anlage nicht täglich genutzt werden, sollte man sie dennoch regelmäßig mit Hilfe des Spülventils "spülen".
Zum einen verhindert dieser Vorgang das Austrocknen der Membran, zum anderen verkeimt stehendes Wasser bereits nach kurzer Zeit.

Alles in allem ist die Anschaffung und Verwendung einer kompakten Osmoseanlage also eine lohnenswerte Angelegenheit und der Anschluss wirklich keine Zauberei auch wenn es auf den ersten Blick zuerst ein wenig kompliziert aussieht.
Die Tiere bekommen wirklich sauberes, aufbereitetes Wasser und sind weniger anfällig für Krankheitserreger die auf diesem Wege aufgenommen werden könnten.

In diesem Sinne... fröhlich-froschliche Frischwassergewinnung!

 

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