Einrichtung des Vivariums – Teil 2: Rohbau

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Hallo liebe Froschfreundin, hallo lieber Froschfreund,

dieses Kapitel, der Rohbau und die Grundeinrichtung, ist ein wenig umfangreicher, da ich so viele Einzelheiten wie möglich aufzeigen möchte.
Es gibt einige Dinge zu beachten, nicht nur was die Vorbereitung angeht sondern auch Punkte während der Arbeit die man evtl. vorher nicht bedacht hat.

Aber fangen wir mal dort an wo es Sinn macht: Am Anfang.

Um überhaupt mit der Einrichtung und der Modellierung beginnen zu können, solltest Du bereits erste Ideen im Kopf haben, wie denn das Endergebnis aussehen soll.
Inspirationen hierzu gibt es zuhauf im Internet. Ich persönlich bevorzuge möglichst naturnahe Umsetzungen. Bestenfalls sieht ein Vivarium für mich am Ende so aus wie ein verkleinerter Teil den man aus der Natur geschnitten hat.
Und gleich ein gut gemeinter Rat der sowohl für die Gestaltung als auch für die spätere Einrichtung wichtig ist: Hab Geduld!
Leuten, die ungeduldig sind oder "mal eben" Dendrobaten anschaffen und halten möchten sei gesagt: Das wird nichts!
Wenn dir das bewusst ist und Du bereit bist, im Vorfeld Zeit und Arbeit zu investieren, kann es los gehen.

Arbeitsplatz

Terrarium bauen: Werkzeuge wie Beitel und Messer
Bevor es aber los geht, richte ich den Arbeitsplatz ein. In diesem Fall wird der Esszimmertisch für eine Weile umfunktioniert, da er ausreichend Platz bietet und nur 2 Meter vom späteren Standort entfernt steht.

Das Becken platziere ich gut erreichbar und lege die Arbeitsfläche drumherum mit dünnen Styroporplatten aus um den Tisch vor Messerattacken, Silikon, Kleber usw. zu schützen.
Außerdem lege ich direkt sämtliche Werkzeuge und Verarbeitungsmaterialien bereit.
Vor allem der Staubsauger ist mein bester Freund während der Verarbeitung von Styropor geworden und hatte einen festen Platz unter dem Esstisch.

Tipp: Am besten bringst Du direkt jetzt eine passende Schutzunterlage unterhalb des Beckenbodens an und fixierst diese z.B. mit doppelseitigem Klebeband (nicht mit Silikon oder Klebern die "Wulste" bilden oder aushärten und somit den eigentlichen Sinn der Matte aufheben). Noch ist das Becken leer und leichter. Im späteren Verlauf wird es nahezu unmöglich, diese Unterlage exakt auszurichten.

Schritt 1: Grobe Platzierung

Das leere Becken steht nun also bereit und wartet darauf, eingerichtet zu werden. Wege und Möglichkeiten gibt es zahllose, von einfachen Fertigwänden über Xaxim-Platten bis zur komplett eigenen Modellierung der Landschaft ist hier nahezu alles möglich.

Terrarium bauen: Styrodur
Ich habe mich für die Modellierung aus eigener Hand entschieden um möglichst flexibel sein zu können. Meine Rohbauelemente bestehen hierbei aus Styropor, Styrodur und Montageschaum die am Ende grundiert und beschichtet werden.
Zusätzlich werden direkt einige Deko-Elemente wie Wurzeln etc. eingearbeitet bei denen das später nicht mehr oder nur bedingt möglich wäre.
Da ich einen Wasserteil und einen kleinen Wasserfall mit Bachlauf umsetzen möchte, muss ich direkt in dieser Phase die Verlegung der Stromkabel für die den Regelheizer und die Pumpe sowie die Wasserleitung einplanen.

Terrarium bauen: Anordnen und abstecken der Bauelemente
Zuerst bringe ich die Platten für die Seiten- und Rückwände auf die passende Größe. Hierfür eignet sich zum Beispiel eine Stichsäge sehr gut. Die Platten verklebe ich mit Aquariensilikon. Hiermit lassen sich später auch alle weiteren Teile aus Styrodur und Styropor anbringen und dauerhaft verkleben.
Die angebrachten Platten bilden nun das Fundament für die Gestaltung der Wände.

Für eine erste Vorstellung des Konstrukts platziere ich die einzelnen Teile grob auf den Platten und fixiere sie erst mit Zahnstochern. Dieses Gebilde lasse ich auf mich wirken, ändere es immer wieder ab, verzweifle zwischendurch und fange von vorn an.
Meine bessere Hälfte ist da ein wenig flexibler und zügiger und löst glücklicherweise oft den einen oder anderen kreativen Knoten in mir in dem sie einfach "drauf los" baut bis sich der Aha-Effekt einstellt.

Verlegung der Leitungen

Da ich bereits vor dem Bau des Beckens geplant habe, an welcher Stelle Technik wie Pumpe und Regelheizer platziert werden, befinden sich an den entsprechenden Stellen Bohrungen für die Kabel und der Kasten für die Unterbringung der Wasserpumpe und des Heizers.

Terrarium bauen: Kabeldurchführung im Lichtkasten
Sämtliche Stromanschlüsse befinden sich im Lichtkasten, sodass die Stromkabel von hier aus durch eine Bohrung direkt in den Kabelkanal geführt werden der am Technikkasten enden soll.
Auch die Position des Auslasses für den Wasserfall / Bachlauf steht bereits grob fest.
Zwischen diesen Positionen verlege ich nun den Kabelkanal und die Wasserleitung.
Als Kabelkanal dient mir ein Teichschlauch mit entsprechend groß dimensioniertem Durchmesser von 25 Millimetern. Hierdurch habe ich auch jederzeit im Nachhinein die Möglichkeit, weitere Kabel zu verlegen oder auszutauschen.
Der Schlauch hat im Gegensatz zu PVC-Rohren den Vorteil, dass er flexibel verlegt werden kann.

Tipp: Achte bei der Wahl des Kabelkanals darauf, dass die Innenseite glatt ist damit die Kabel problemlos durchgeführt werden können ohne steckenzubleiben.

Die Wasserpumpe und den Regelheizer habe ich sehr kompakt gewählt.

Regelheizer AquaEl EasyHeater und Pumpe Eheim compactON
Als Pumpe kommt die compactON 300 von Eheim zum Einsatz. Neben den geringen Abmessungen bietet sie mehr als genug Leistung, ist dabei aber leise und hat einen sehr geringen Stromverbrauch. Die Stärke der Strömung lässt sich stufenlos regulieren.
Der Regelheizer EasyHeater 25 von AquaEl ist ebenfalls sehr komptakt. Er ist gerade einmal 16 cm lang und ganze 9 mm flach. Außerdem ist der Heizer aus Kunststoff und daher sicher vor Glasbruch.

Die Pumpe und der Heizer sind auch nach Fertigstellung der Inneneinrichtung jederzeit leicht erreichbar um gesäubert, gewartet oder gegebenfalls ausgetauscht werden zu können.

Schritt 2: Modellierung

Sobald dann eine ungefähre Richtung steht, geht es an die Modellierung der einzelnen Elemente.

Terrarium bauen: Modellierung von Styrodur mit einer Rasierklinge
Styrodur und Styropor bilden hierfür eine gute Basis. Beides lässt sich hervorragend mit Hilfe von (Teppich-)messern und feinen Sägen bearbeiten und in Form bringen.
So entsteht nach und nach räumliche Tiefe. Beim Modellieren solltest Du im Hinterkopf behalten, dass sehr feine Einzelheiten verloren gehen wenn später die Schichten für das Abdichten und die Beflockung folgen. Hier kannst Du also ruhig etwas grober und großzügiger vorgehen.

Eventuell vorhandene Hohlräume, Lücken und Übergänge werden mit Montageschaum gefüllt. Sobald dieser ausgehärtet und vollständig durchgetrocknet ist lässt sich der Schaum ebenfalls bearbeiten und modellieren. Durch seine Flexibilität und guten Hafteigenschaften lassen sich mit dem Montageschaum auch komplexere Gebilde bauen und zum Beispiel Kabelkanäle für Leitungen oder ähnliches verlegen und verstecken.

Terrarium bauen: Fixierung der Weinrebenwurzel mit Montageschaum
Außerdem eignet sich der Schaum perfekt um Objekte zu befestigen und nahtlos in die Umgebung zu integrieren. Beispielsweise habe ich auf diese Weise Wurzeln und ähnliches angebracht.
An dieser Stelle merkt man dann auch deutlich, dass viele Schritte besagte Geduld benötigen. Der Montageschaum muss wirklich vollständig aushärten bevor er weiter bearbeitet werden kann. Je nach Hersteller solltest Du hierfür 8-12 Stunden einplanen. Oft wirkt das Gebilde von außen fertig, ist innen aber noch "roh", da Montageschaum Feuchtigkeit benötigt um aushärten zu können. Je dicker die Masse also ist, desto länger braucht sie für diesen Vorgang.

Tipp: Vor dem Auftragen des Montageschaums solltest Du die entsprechenden Stellen ordentlich mit einer Sprühflasche befeuchten. Bei mehreren Schichten auch zwischendurch den Schaum besprühen und am Ende erneut.
So härtet der Schaum schneller und gleichmäßiger auch von innen aus und wird stabiler.
Ach ja: Vergiss nicht, den Schaum vor Gebrauch gut zu schütteln!

Hinweis: Angebrochene und verbrauchte Dosen dürfen nicht in den normalen Müll gegeben werden!
Entweder bringst Du sie zur nächsten Schadstoffannahmestelle oder noch einfacher, zum Baumarkt.

Schritt 3: Grundierung mit Fliesenkleber

Nachdem das Grundgerüst jetzt steht, geht es nun ans Eingemachte: Die Grundierung.
Spätestens ab jetzt heißt es, Handschuhe anziehen!

Terrarium bauen: Fliesenkleber finale Grundierung der linken Seite
Wenn Du evtl. ein paar kleine Berühungspunkte mit dem Montageschaum hattest, wird es mit dem Parkettkleber erst richtig fies und es gilt, jeden Kontakt zu vermeiden. Gesundheitsschädlich ist der Kleber nicht, macht allerdings seinem Namen alle Ehre: Er klebt wie die Hölle und ist wirklich zäh und schmierig.
Ich persönlich trage vor dem Parkettkleber erst noch zwei Schichten Fliesenkleber auf. Der Fliesenkleber füllt noch einmal kleine Öffnungen und Spalten, sorgt aber vor allem für mehr Stabilität und Dichte. Gerade bei Styropor und Montageschaum gibt es grobe Poren und Kügelchen die sonst gerne im 2K PU Kleber hängen bleiben.
Wichtig: Verwende hierfür nur Flexkleber! Mit diesem entstehen nach dem Aushärten keine Risse und der Kleber kann sich organischen Stoffen wie z.B. arbeitendem Holz anpassen.
Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass man Flexkleber noch einmal leicht entfernen und nachmodellieren kann. Gerade beim Anlegen von Bachläufen lässt sich hier das Wasserbett sehr gut verfeinern, testen und korrigieren. Ebenso detaillierte Gebilde. Das ist mit ausgehärtetem Parkettkleber nicht mehr ohne weiteres möglich.

Terrarium bauen: Pinsel mit Fliesenkleber
Die erste Schicht des Fliesenklebers wird flüssiger angerührt als vom Hersteller vorgesehen. Dadurch lässt sich das Ganze leichtgängig mit einem Malerpinsel auftragen und verteilen.
Das trockene Pulver für den Fliesenkleber habe ich in einen Malereimer gegeben. Um die gewünschte Konsistenz zu erreichen habe ich dann unter ständigem Rühren mit einem Mörtelmixer nach und nach so viel Wasser hinzugefügt bis sich eine breiige Masse ergeben hat. Vergleichbar etwa mit der Konsistenz Softeis.
Die glatten Flächen des Styrodur habe ich mit einer Drahtbürste oder einem gezackten Messer angeraut damit der Fliesenkleber etwas besser haftet und sämtliche Oberflächen gründlich bestrichen.
Die zweite Schicht Fliesenkleber kann bereits aufgetragen werden sobald die erste Schicht gut angetrocknet ist und oberflächlich keine feuchten Stellen mehr aufweist. Diese Schicht ist dann nach Herstellervorgaben angerührt worden und hatte somit eine wesentlich dichtere Masse. Diese habe ich teils mit dem Pinsel auftragen können, habe aber gerade in den Ecken und Lücken mit den Händen (Handschuhe!) gearbeitet. Der Fliesenkleber lässt sich auf diese Weise einfach und gründlich auftragen und verteilen.
Der Flexkleber bekommt nun 1-2 Tage Zeit um komplett aushärten zu können.
Nachdem Aushärten habe ich zärtlich den Bachlauf getestet um sicher gehen zu können, dass die Flussrichtung wie gewünscht verläuft. Nicht zu lange laufen lassen, sonst reagiert der Fliesenkleber wieder mit dem Wasser und nimmt dieses auf.
Hierfür lässt sich der Durchfluss der Pumpe gut regulieren um auf das gewünschte Ergebnis zu kommen.

Der Bach verläuft wie gewollt, somit folgt die Versiegelung mit 2K PU Parkettkleber.

Hinweis: Die Reste des Fliesenklebers gehören nicht in den Abfluss!
Komplett ausgehärtete Reste können und dürfen ohne Bedenken über den normalen Restmüll entsorgt werden.

Schritt 4: Versiegelung mit 2K PU Parkettkleber

Jetzt geht es ans Eingemachte. Die Versiegelung mit 2K PU Parkettkleber kann schnell zu einer fiesen Angelegenheit werden. Wenn man ein paar Dinge im Vorfeld beachtet und entsprechend vorbereitet, vermeidet man Ärger. Es sei gesagt, dass bis zu diesem Punkt alles noch relativ einfach rückgängig zu machen war. Das ändert sich nun. Sei dir also sicher, dass dein Konstrukt deinen Vorstellungen entspricht und dass Du alles nötige erledigt hast. Wenn der Parkettkleber erst einmal ausgehärtet ist sind größere Änderungen mit erheblichem Aufwand verbunden. Dafür ist dann aber auch alles stabil und 100%ig wasserdicht und -abweisend wenn Du gründlich arbeitest.
Warum setze ich auf Parkettkleber und nicht auf Epoxidharz oder Lacke? Ganz einfach: Parkettkleber bleibt flexibel!
Er klebt, dichtet ab, wird stabil aber neigt nicht dazu, komplett starr zu werden. Gerade in Kombination mit arbeitenden, natürlichen Materialien wie Wurzeln, Holz usw. vermeidet man auch auf lange Sicht die Bildung von Rissen oder Platzern.
Dazu kommt, dass Parkettkleber absolut unbedenklich während und nach der Verarbeitung ist. Er enthält keine Schadstoffe und kann auch ohne Atemschutz in geschlossenen Räumen verarbeitet werden.

Tipp: 2K PU Parkettkleber kannst Du in jeder beliebigen Farbe und Intensität färben indem Du einfach z.B. Pigmentfarbe mit einrührst.

Wie bereits erwähnt sind bei der Verarbeitung ein paar Dinge zu beachten.
Der Kleber ist eine fiese Masse die Du nicht an Stellen haben möchtest, an die er nicht hingehört. Wirklich nicht!
Schnell kommt man mit dem Pinsel auf dem engen Raum an Stellen wie Scheiben, Gaze oder Einrichtung.

Terrarium bauen: Abgeklebte Wurzel
Ich habe also sämtliche Stellen sorgfältig mit Malerkrepp und Zeitungspapier abgeklebt. Die Wurzeln habe ich teils in Frischhaltefolie und teils in dünne Plastiktüten gewickelt.
Hier direkt der nächste Tipp: Lass die Finger von Frischhaltefolie. Das Zeug ist hinterher viel zu umständlich zu entfernen. Ich empfehle die Verwendung von dünnen Tüten wie sie z.B. oft für Obst / Gemüse oder dem Lieferdienst verwendet werden. Es tut auch eine dünne Mülltüte die man eng um die Wurzel wickelt und mit Klebeband befestigt.

Achte beim Abkleben darauf, dass Du an den Übergängen zwischen deiner Konstruktion zu den Scheiben ein wenig Abstand lässt damit Du an diesen Stellen einen fließenden Übergang schaffen kannst der wirklich dicht ist und auch optisch nach der Beflockung besser aussieht.

An schwierigen Stellen habe ich vorher zusätzlich mit Aquariensilikon die Übergänge abgedichtet.

Kontrolliere besser zweimal ob alles sorgfältig abgeklebt ist.

2K PU Kleber besteht - wie der Name es bereits sagt - aus zwei Komponenten. Zum einen einer zähen Masse als Komponente A und dem flüssigen Härter als Komponente B.

2K PU Parkettkleber Carbo PUR20 von Minova - Komponente A
Erst durch das Zusammenführen beider Komponenten im richtigen Mischverhältnis härtet der Kleber vollständig aus.
Je nach Hersteller haben diese Kleber unterschiedliche Verarbeitungszeiten. Innerhalb dieser Zeit lässt sich der Kleber auftragen. Meist sind das 30-40 Minuten, danach wird der Kleber bereits zu fest.
Da ich sehr gründlich arbeite habe ich immer nur kleine Mengen angemischt um diese restlos verarbeiten zu können. Knapp 500ml waren für mich optimal. Angerührt habe ich die Komponenten in entsprechend großen Joghurtbechern mit einem alten Brotmesser. Achte darauf, die Masse wirklich sehr sorgfältig und gleichmäßig anzurühren und das Mischverhältnis einzuhalten!
Wenn Du die Masse direkt nach dem Anrühren mit Küchenrolle vom Messer (oder was auch immer Du zum anrühren nimmst) abstreifst, bekommst Du es wieder komplett sauber und kannst es mehrmals verwenden.
Wenn Du den Joghurtbecher so gut wie leer bekommst, kannst Du diesen nach dem Aushärten der Restmasse auch erneut verwenden. Ich habe mit 2 Bechern im Wechsel gearbeitet.

Die erste Schicht des Klebers habe ich nicht eingefärbt um beide Schichten besser voneinander unterscheiden zu können. Diese erste Schicht hat bei mir eine recht neutrale hellbeige Farbe und dient nur der Versiegelung und Abdichtung sämtlicher Oberflächen und Übergänge.

Terrarium bauen: 2K PU Parkettkleber: Übergang zum Boden
Die fertige Masse habe ich mit Malerpinseln in unterschiedlichen Größen aufgetragen. Gerade in engen Zwischenräumen habe ich darauf geachtet, dass diese wirklich komplett beschichtet sind. Hier hilft tupfen und festeres aufdrücken mit dem Pinsel. Je mehr Kleber Du in diesem Schritt auftragen kannst, desto besser. Die Pinsel kannst Du nach diesem Arbeitsschritt nämlich nicht mehr verwenden, da die Borsten komplett aushärten.
Nachdem die erste Schicht komplett aufgetragen ist muss sie aushärten. Ich gebe ihr hierfür mindestens 30 Stunden, eher länger.

Die zweite Schicht habe ich dunkelbraun eingefärbt indem ich Pigmentfarbe mit eingerührt habe. In Pulverform ist die Farbe extrem effizient und kann sehr gering dosiert werden. Achte darauf, die Farbe gründlich beizumischen bis die Färbung gleichmäßig ist.

Schritt 5: Beflockung mit Torfstreu

Bei diesem Arbeitsschritt wird der nun braune Kleber beflockt. Das kannst Du mit allem möglichen machen, Humus, Torfstreu, Xaximstreu, Sand, Lehm...
Und hier direkt der nächste Tipp: Arbeite von oben nach unten.

Terrarium bauen: Auftragen der Beflockung mit Torfstreu
Die Streu wird in diesem Schritt auf die noch feuchte Kleberschicht aufgedrückt. Es gibt einige Stellen an denen Du evtl. keine Beflockung haben möchtest. Bei mir sind das sämtliche Bereiche die später nicht sichtbar sind oder die sich im Teil der Drainage unter Wasser befinden. Beim Aufdrücken fällt ein Großteil der Beflockung herunter und würde somit auch unten auf dem frischen Kleber liegen bleiben.
Plane also ausreichend Zeit ein und arbeite gründlich. Es lohnt sich. Nimm dir großzügige Mengen an Streu in die Hand und drücke sie fest an.
Allein für die Beflockung habe ich bei der Größe meines Beckens drei Tage benötigt, da sich das gute Stück natürlich auch nicht einfach auf jede Seite drehen lässt.
Überschüssige Streu wird zwischen den Arbeitsgängen einfach abgepinselt und wieder verwendet.

Sobald die zweite Schicht des Parkettklebers ausgehärtet ist, wird überschüssige Streu erneut abgepinselt um die entgültige Struktur zum Vorschein zu bringen.
Wenn sich hierbei eventuell kleinere Stellen offenbaren die während der Beflockung übersehen wurden, lassen sich diese schnell und unkompliziert mit Aquariensilikon bestreichen und beflocken.

Zeitungen und Malerkrepp an den abgeklebten Stellen habe ich vorsichtig entfernt. Schwierige Stellen habe ich vorher angefeuchtet.

Terrarium bauen: Glaskeramik-Schaber
Nachdem ich penibel geprüft habe ob alle Übergänge und Abschlüsse sauber sind habe ich die Rückstände der Kleber entfernt.
Hierfür habe ich einen handelsüblichen Glaskeramikschaber benutzt. Er löst ohne Mühen überschüssiges Silikon, Parkett- oder Fliesenkleber ohne die Glasflächen zu zerkratzen.
Der Rest war dann ein Fall für den Staubsauger.

Terrarium bauen: Der Bachlauf mit Wasserfall ist fertig gestellt
Nach der Beflockung und Versiegelung bettet sich der Bachlauf wie gewünscht in die Umgebung ein.

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Im Anschluss erfolgt dann ein erneuter Dichtheitstest mit Wasser, das ich etwa bis auf die Höhe des Landteils eingelassen habe.
Das hat alles gepasst. Somit habe ich direkt den Regelheizer eingestellt und getestet und einen Dauertest für den Bachlauf vorgenommen, da durch die Torfstreu neue Strukturen und eine Kapillarwirkung entstehen und ich sicherstellen wollte, dass alles auch weiterhin so fließt wie geplant. Kleine Korrekturen lassen sich auch hier mit Aquariensilikon vornehmen. Außerdem lässt sich der Wasserauslass verändern in dem man einfach Filtermatte anbringt und wie gewünscht fixiert. Das funktioniert z.B. auch gut für den Fall, dass die Leistung der Pumpe trotz niedrigster Einstellung noch immer zu hoch ist.

Terrarium bauen: Pumpe Eheim compactON mit Filtermatte
Den Technikkasten in dem sich die Pumpe und der Heizer befinden, habe ich zusätzlich mit Filtermatte und Blähton versehen um das Wasser möglichst frei von Verunreinigungen zu halten. Außerdem habe ich die vordere Öffnung des Kasten ebenfalls mit Filtermatte dicht gemacht. Somit dringt auch kein Schmutz in die Pumpe ein.

Schritt 6: Drainage

Der grundsätzliche Rohbau ist damit beinahe abgeschlossen.
Im letzten Schritt wird die Drainage aus Blähton für den Landteil aufgebaut. Die groben Blähtonkugeln sorgen für einen guten Wasserfluss und eine gewisse Filterwirkung. In dieser Schicht reichern sich zusätzlich hilfreiche Bakterien an die eine natürlich Filterung unterstützen.
Bitte verwechsle Blähtonkugeln nicht mit dem Pflanz-Granulat von Seramis! Die Wirkung ist genau gegenteilig. Während die Blähtonkugeln kein Wasser aufnehmen und somit als Drainage wirken können, macht das Pflanz-Granulat das genaue Gegenteil und ist somit vollkommen ungeeignet!

Terrarium bauen: Drainage aus Blähton
Auf den Blähton hatte ich in meinem ersten Konzept eine Filtermatte gelegt um zu verhindern, dass Futtertiere, Pflanzenreste und vor allem die Frösche zwischen die Blähtonkugeln geraten. Das hat eine Bepflanzung und ein natürliches Wachstum aber unnötig erschwert.
Stattdessen habe ich die Filtermatte entfernt und die Schicht aus Pinienrinde erhöht. Diese dient nun als Substrat für die Pflanzen und neben Laub als Bodengrund für die Tiere.

Damit ist der Rohbau komplett fertig und das Grundgerüst für die weitere Einrichtung steht.

 

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