Das Paludarium als Vivarium für die Ranitomeya

Osmoseanlage: Funktionsbild
Osmoseanlage: Frisches Wasser für alle
31. März 2018

Sei mir herzlich gegrüßt,

es ist soweit - die Einrichtung des Vivariums ist abgeschlossen! Hier möchte ich dir eine Übersicht aller Pflanzen, der Einrichtung und anderem Dies und Das geben.

Die linke Seite des Paludariums beheimatet die Ranitomeya variabilis "Southern" während sich die Ranitomeya summersi rechts aufhalten.

Der Bodengrund

Als Bodengrund oberhalb der Drainage dient feinkörnige Pinienrinde. Sie nimmt die Feuchtigkeit gut auf, lässt überschüssiges Wasser aber dennoch in ausreichendem Maße versickern und verhindert somit die Bildung von Staunässe. Pflanzen finden mit der Rinde ein lockeres Substrat und können leicht Wurzeln schlagen. Springschwänze und Asseln können sich gut verstecken und natürlich vermehren um ihren Aufgaben als "Bodenpolizei" nachkommen zu können.

Bodengrund für das Vivarium: Buchenlaub

Der Vorteil in der Haltung mit Dendrobaten zeigt sich durch ausbleibende Rückstände auf den Tieren wie es beispielsweise mit Erde oder anderen sandigen Bodengründen der Fall ist. Direkt auf der Pinienrinde biete ich den Fröschen unterschiedliche, abwechslungsreiche Elemente. Buchenlaub wird gerne als Versteck angenommen und hat eine schöne, kompakte Blattform die weniger überladen wirkt als z.B. große Kakaoblätter. Für den Fall, dass die Frösche feuchte Plätze am Boden aufsuchen möchten, finden sie hier schöne Polster aus Javamoos oder einen Bachlauf mit Teichlebermoos und mehreren Ausläufen.

Bepflanzung

Auf der untersten Ebene bieten verschiedene Bodendecker ausreichenden Schutz für die Frösche. Gerade kleine Arten wie Ranitomeya profitieren auch von niedrig wachsenden Pflanzen.

Pflanzen für das Vivarium: Fittonia albivenis
Im hinteren, schattigeren Bereich wachsen Mosaikpflanzen (Fittonia albivenis) sowohl in ihrer weiß-grünen Naturform als auch in der roten Zuchtform die einen schönen, farblichen Kontrast bietet. Dazu gesellt sich Paradrymonia campostyla. Ihre länglichen, spitz zulaufenden Blätter sind stark behaart, ebenso der Kelch ihrer weißen Blüten. Auf der linken Seite, im Lebensraum der Ranitomeya variabilis, wachsen Farne am Ufer des Bachlaufs. Auf diesem dauerhaft sehr feuchten Boden ist vor allem Selaginella spec. Surinam angewiesen. Anfangs am falschen Standport lies er sämtliche Wedel nach kurzer Zeit hängen. Hier erholt er sich bestens, richtet sich auf und wird wieder grün. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch einer der für Südamerika eher seltenen, klassisch aussehenden Farne, Asplenium ebenoides (Drachenschwanz-Farn).

Pflanzen für das Vivarium: Peperomia rotundifolia
Den Übergang zur mittleren Ebene bilden diverse Kletterpflanzen und hoch wachsende Gewächse wie Peperomia rotundifolia. Dieser Zwergpfeffer hat die typischen, dicken Blätter, wächst recht schnell und lässt sich gut vermehren. Die Frösche nutzen ihn gerne als "Treppe" wenn sie die oberen Bereiche erreichen möchten und sich nicht an den Wänden aufhalten. Hier finden sich dann unterschiedliche Ranken, die sich über sämtliche Ebenen erstrecken. Durch ihre Dominanz sticht dabei sofort die Kletterfeige Ficus pumila var. minuta spec. Colombia ins Auge. Sie wächst extrem schnell und findet überall Wege und Durchlässe um sich zu verbreiten. Daher eignen Kletterfeigen hervorragend um Wände schnell zu begrünen. Ich dünne sie regelmäßig aus damit andere Pflanzen nicht verdrängt und zugewuchert werden.

Pflanzen für das Vivarium: Rhaphidophora
Großblättriger ist Rhaphidophora aus der Familie der Araceae. Leider kann ich die Spezies nicht näher bestimmen, ich weiß nur sicher, dass sie aus Kuba stammt. Wenn hier jemand eine zuverlässige Bestimmung vornehmen kann, bin ich für jede Info dankbar! Sie wächst flach, vermehrt sich ebenfalls relativ rasch und hat Blätter mit einem Durchmesser von etwa 4 Zentimetern. Dagegen wirkt Pilea nummulariifolia (Münzenblättrige Kanonierblume) mit maximal 2 Zentimeter großen Blättern geradezu winzig. Sie gehört zu den sehr schnell wachsenden Kanonierblumen mit flach wachsenden, kriechenden, fadenförmigen dünnen Zweigen.

Die Rückwände auf mittlerer und oberer Ebene werden von Philodendron spec. Peru erklommen. Auf seinen verhältnismäßig großen Blättern verweilen die kleinen Frösche gerne und beobachten die Umgebung. Daneben breitet sich Microgramma nitida aus. Dieser Kletterfarn zeigt ein recht rapides Wachstum im Vergleich zu anderen Kletterfarnen. Seine etwa 10 Zentimeter langen Wedel sind tiefgrün und leicht gewellt.

Pflanzen für das Vivarium: Farn Microgramma tecta var. nana
Durch sein epiphytisches Wachstum, breitet er sich ebenfalls gut auf Stämmen aus. Dort wächst, ebenfalls epiphytisch, ein weiterer, kleinerer Farn. Microgramma tecta var. nana verzweigt sich zwischen den Bromelien auf den Stämmen, auf der Rückwand und auf Moospolstern, vor allem oberhalb des Wasserfalls. Seine Blätter sind gerade einmal 1-2 Zentimeter groß, und seine Verzweigungen sind sehr zierlich aber dicht.

Im gesamten Vivarium findet man unterschiedliche Moose. Neben dem bereits erwähnten Vesicularia dubyana (Javamoos) wächst Waldmoos an den Wänden und wird gerne von den Ranken als Kletterhilfe genutzt. An den Ufern des Bachlaufs breitet sich Riccia fluitans (Teichlebermoos) aus. Das Javamoos wächst neben dem Boden auch auf den Weinrebenwurzeln, die sich als elementarer Bestandteil durch das gesamte Vivarium ziehen. Auf ihnen sitzen die wohl wichtigsten Pflanzen für Dendrobaten: Die Bromelien. Sie bieten den Pfeilgiftfröschen sowohl Laichplätze, Versteckmöglichkeiten als auch zusätzlichen Lebensraum. So dienen sie z.B. als feste Schlafplätze der einzelnen Frösche.

Drei Ranitomeya variabilis
Fünf der Ranitomeya variabilis bewohnen derzeit zwei Neoregelia "Blushing Tiger". Hierbei handelt es sich um eine Kreuzung aus Neoregelia "Perfecta" und Neoregelia marnier-lapostolle. Ihre Trichter sind ausladend und können viel Wasser fassen. Damit sie ihre tolle Blattfärbung mit der prägnanten Zeichnung entwickeln kann, benötigt sie eine intensive Beleuchtung und befindet sich daher im oberen Bereich des Vivariums. In der Blüte verfärben sich die inneren Blätter knallig rot.

Neoregelia schultesiana "Fireball" ist eine mittelgroße, robuste und anpassungsfähige Bromelie. Sie bildet in ihrem natürlichen Lebensraum Kolonien von dicht aneinandergereihten Trichtern die sich unter guten Bedingungen kräftig rot färben.

Die variegierte Form von Neoregelia "Fireball" ist Neoregelia "Fireball" variegata. Entlang der Blattränder fehlt ihr das grüne Chlorophyll, wodurch diese Stellen weiß erscheinen. Bei dauerhaft intensiver Beleuchtung färben sich die weißen Streifen leuchtend pink.

Pflanzen für das Vivarium: Bromelie Vriesea splendens
Bei Vriesea splendens "Era" handelt es sich um eine Zuchtform der bekannten Vriesa splendens, die jedoch mit einer Höhe von etwa 15 cm wesentlich kleiner als die Naturform bleibt. Ihrem schwertförmigen prächtig rot-gefärbten Blütenstand verdankt sie den passenden Namen "Flammendes Schwert". Ihre Trichter fassen viel Wasser und werden von allen Pfeilgiftfröschen sehr gerne als Lebensraum und zur Brutpflege genutzt.

Vriesea hieroglyphica ist die "Königin der Bromelien". Ihre geräumigen Blattachsen sammeln ebenfalls größere Mengen Wasser und sind ebenfalls ideal geeignet, um Pfeilgiftfröschen als Lebensraum und Laichplatz zu dienen. Sie kommt gut mit halb-schattigen Lichtverhältnissen zurecht.

Pflanzen für das Vivarium: Bromelie Vriesea racinae
Neben der Königin finden sich auch kleinere Arten von Bromlien. Als eine der kleinsten ihrer Art besitzt Vriesea racinae eine besonders grazile Erscheinung. Sie zeichnet sich durch eine schöne, gepunktete Zeichnung sowie ihre besonders kompakte Wuchsform aus. Trotz ihrer geringen Größe verfügt Vriesea racinae über eine Vielzahl von mit Wasser gefüllten Blattachsen.

Die ebenfalls kompakt wachsende Neoregelia tigrina benötigt einen hellen Standort um ihre intensive Färbung zeigen zu können. Sie bildet recht schnell viele Ableger und eignet sich besonders für kleine Arten wie Ranitomeya zur Brutpflege da ihre Trichter viel Wasser fassen.

Bei der Auswahl der Pflanzen habe ich darauf geachtet, dass diese im Habitat der Bewohner vorkommen. Die einzige Ausnahme bilden die Moose, die vorrangig im europäischen und asiatischen Raum heimisch sind.

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Meine Pflanzen stammen von terra erfordia und die Beregnungsanlage von Micro Rain Systems.

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